27.10.2026
Österreich: Schwacher Wohnbau mindestens bis 2028
Nach Angaben von Branchenradar.com Marktanalyse ist 2025 der Bauproduktionswert im österreichischen Hochbau um real 16 % gesunken. Zurückzuführen sei dies auf die negative Entwicklung im Wohnbau, wo der Neubau um 30 % und Renovierungen um 14 % zurückgingen. Der Nicht-Wohnbau blieb dagegen weitgehend stabil. 2026 dürfte die Hochbauproduktion nach Einschätzung der Marktbeobachter erneut schrumpfen.
Die heutige Situation im Wohnungsneubau habe sich bereits bei den erteilten Baugenehmigungen angekündigt, die zwischen 2020 und 2025 um mehr als die Hälfte zurückgegangen seien. Wobei dieser Rückgang bislang noch gar nicht komplett in der Bauwirtschaft angekommen zu sein scheint, denn die Baubeginne sanken im selben Zeitraum lediglich um 42 %, die Baufertigstellungen um 34 %.
Dass in Österreich heute nicht mehr so viel gebaut wird, liegt laut Branchenradar.com Marktanalyse an mehreren Gründen: Einerseits seien in den Jahren vor 2020 die Bewilligungszahlen über den Bedarf für Hauptwohnsitze hinausgegangen; eine Folge des damaligen Runs auf „Betongold“ infolge der Zinspolitik der EZB, dem Bau von touristischen Apartmenthäusern, die als Wohngebäude eingereicht wurden, sowie einer vermehrten Anzahl an Nebenwohnsitzen. Neben der erwartbaren Marktkonsolidierung bremsen jetzt auch steigende Zinsen, ein höherer Eigenmittelanteil für private Haushalte bei Fremdfinanzierung, massiv gestiegene Baupreise sowie zunehmend schrumpfende Baulandreserven und damit verbundene Steigerungen bei den Grundstückspreisen die Bautätigkeit. Einen Aufschwung bei den Wohnungsfertigstellungen sehen die Marktforscher daher frühestens 2029.